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iPhone – just a phone

Für Menschen, die sich für Technik und Wissenschaft interessieren gibt es heutzutage nur mehr zwei Dinge mit metaphysischem Nimbus: Quantenphysik und die Aktivitäten von Apple. In der Quantenphysik sind die kleinsten Teilchen gleichzeitig auch Wellen und bei Apple ist einfach alles, was aus Cupertino kommt, zwingend kultisch zu verehren.

So geschieht es, dass auch die dritte Generation des iPhone wieder einmal eine kritiklose Welle der Begeisterung auslöst. Zur Erinnerung: Das erste iPhone war ein Mediaplayer mit nettem Design (und einer zugegebenermaßen überaus guten Bedienoberfläche), das zwar ein Smartphone sein sollte, aber nicht auf die dritte Generation der mobilen Datenübertragung setzte. Mit der zweiten Generation wurde das UMTS-Modul nachgeliefert. Die dritte Auflage legt jetzt HSPA 7.2 nach (haben andere Smartphones schon länger). Community und Presse bejubeln die Videofunktion (ich hatte schon vor Jahren Handys, die Videos aufzeichnen konnten). Darüber hinaus gibt es auch noch allerhand Schnickschnack wie etwa einen Magnetometer. Die Speicherkapazität wurde auf maximal 32 GB erhöht, was aber wie die meisten anderen neuen Features nur eine Weiterentwicklung darstellt, die alle anderen Hersteller auch an ihren Produkten vornehmen.

Revolutionen sehen anders aus. Doch das ist vielen Menschen, die sich ansonsten Rationalität auf ihre Fahnen schreiben, schlichtweg egal. Weil: Das Ding kommt aus dem Hause Apple und dem steht ein schwerkranker Gott vor, der über jede Kritik erhaben ist. (Hoffentlich spricht er noch einmal zu uns!) Auch die Mitbewerber sind nicht in der Lage sich der Anziehungskraft dieser neuen Religion zu entziehen und bauen Telefone, die als „Killer“ auf das große Vorbild angesetzt werden.

Ganz ehrlich: Apple ist nicht wegen seiner guten Produkte zu verehren, sondern wegen gutem Marketing. Und gutem Marketing begegnet man nicht mit Killern, sondern mit besserem Marketing. Gute Telefone, gute Betriebssysteme und gute Services haben andere auch.

Category: Technologie

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One Response

  1. Helmut Hackl sagt:

    Bin ganz auf Deiner Linie. Ich war glaube ich der einzige in der Szene, der – auf pocket.at/iphone – folgendes geschrieben hat: “Aufschrei ist es keiner und die neuen Funktionen können andere Smartphone-Anbieter schon lange. Aber Apple wird das sicherlich ob seines Marketing so schön verpacken, dass viele Kunden zugreifen werden. Und das ist die eigentliche Leistung des Unternehmens!”
    Ich will auch gar nicht bekunden, wie ich mit teilweisen ‘bösen’ Mails zugemüllt wurde. Viele davon waren dabei vermutlich gerade den Windeln entsprungen, als ich schon meinen ersten Mac hatte. Und noch heute bin ich gerne MacBook-User. Nur ohne Äpfelchen in den Augen :-)

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