Aug 19, 2011
“Voice is not dead” – Gratis Telefonnummern von RingRing
Als A1 noch mobilkom austria hieß waren Martin Dejmek und ich Kollegen. Mittlerweile haben wir uns beide mit dem selbstständig gemacht, was wir am besten können. Der Techniker Martin macht intelligente Voice-Lösungen und ich – ähm – rede halt gscheit daher. (Man könnt’s auch Kommunikationsberatung nennen.)
Und wie das Leben so spielt, ergänzen wir uns in einigen Bereichen recht gut. Martin betreibt mit seinen Mitarbeitern die Plattform RingRing. Dort gibt’s bei Registrierung mit einer E-Mail Adresse bis zu fünf kostenlose Telefonnummern samt Voicemail-Boxen. – Und das kostenlos.
Nun könnte man meinen, dass das mit der Sprachtelefonie in Zeiten wie diesen nicht mehr nötig ist. Ist aber nicht so. Ich verwende RingRing z.B. gerne als Kontaktinfo auf Facebook-Pages und Websites.
Ein Beispiel:
Ich habe die Punching Polsters (auch bekannt als Austrian Pillow Fight League) ein wenig in der Kommunikation unterstützt und ihnen beim Blog und bei der Facebook-Page geholfen. Rund um die Weltmeisterschaft im Mai sind die Polsterkämpferinnen dann auf ziemlich großes (Medien-)Interesse gestoßen und wir hatten alle Hände voll zu tun, die vielen Anfragen zu koordinieren. Erst dachten wir ja, dass wir mit einer zentralen E-Mail Adresse auskommen, doch immer mehr fragten nach einer Telefonnummer. Die habe ich mir dann bei RingRing geholt.
Die Vorteile:
- Wir haben die Ansage auf der Voicemail-Box gleich dazu verwendet, die nächsten Trainingstermine anzukündigen. (Niemand hätte das auf seiner privaten Box gemacht.)
- Es konnten mehrere Personen über den Web-Access auf die Voicemail-Box (und die Sprachnachrichten) zugreifen. Wer auch immer angesprochen war bzw. Zeit hatte, hat den Anrufer / die Anruferin dann kontaktiert.
- Es hat nichts gekostet.
Es gibt noch viele andere Usecases für RingRing: Etwa die Verwendung einer RingRing Nummer als Kontakt auf eBay und ähnlichen Plattformen. (Nicht jeder will seine Handynummer für solche Zwecke ins Netz stellen.) Die Mailboxen können in verschiedenen Modi verwendet werden: Classic, Announcement, Blog oder Forum.
Der Anmelde-Prozess ist denkbar simpel. Im Grunde genügt eine E-Mail Adresse. Im Zuge der Registrierung wählt man aus, ob man eine deutsche oder eine österreichische Vorwahl haben will. Die Angabe einer Handynummer ist nicht Pflicht, macht aber manches einfacher (etwa das Abhören und Administrieren der Mailbox von unterwegs).
Auf der Weboberfläche gibt es neben einer recht komfortablen Möglichkeit, die hinterlassenen Nachrichten über einen embedded Player abzuhören oder als Files runterzuladen auch ein paar Community Features (insbes. f. Messaging zwischen RingRing Nutzern). Eine iPhone App hat RingRing natürlich auch.
Fazit:
Früher hat man für solche Zwecke meist eine (anonyme) Prepaid-Nummer verwendet. Das ist ist im Handling um einiges aufwändiger als RingRing. Für viele Zwecke reicht eine (Sammel-) Voicemail-Box. Die bekommt man bei RingRing kostenlos und innerhalb kürzester Zeit.
Ihr erreicht mich unter meiner RingRing Nummer: +43 1 8901315 13582
Und hier noch eine Presseaussendung, die Martin und ich vor einiger Zeit verschickt haben.

Was mir abgeht, ist eine klare Info über das Businessmodell. Niemand will ein Gratis-Service einsetzen, die dann plötzlich doch was kostet, oder das mangels Businessmodells eingestellt wird. (Ich kann’s mir schon vorstellen, B2B und so, aber es fehlt trotzdem.)
Du liegst richtig mit Deiner Vermutung. Das kostenlose Consumer-Produkt ist nur ein Teil der Story. – Mit der dahinter liegenden Technologie bietet RingRing auch (kostenpflichtige) Business-Lösungen an. Das ist eine Säule des Business-Modells. Eine weitere Säule sind Kooperationen mit Anbietern diverser Web-Services die RingRing als Voice-Extension einsetzen. An eine Vergebührung des Consumer-Produktes ist derzeit nicht gedacht.
Wir gehen davon aus, dass Telefonieren langfristig für den Consumer-Bereich (mehr oder weniger) kostenlos wird. Die Preisschlacht mit “flat rates” hat den Weg dafür schon geebnet. In diesem Bereich ist direkt kaum etwas zu verdienen. Der Kunde ist auch immer weniger bereit für Services etwas zu zahlen – auch wenn sie manchmal recht genial sind; immerhin lebt uns das Internet diese Gratis-Welt ja vor.
Will man jedoch mehr als das Grundpaket oder will man es als Firma nutzen, ist es üblich die Leistung auch zu bepreisen.
RingRing geht genau diesen Weg: Für den Consumer-Bereich ist das angebotene Standard-Funktionsset inkl. 5 Telefonnummern mit unterschiedlichen Sprachboxen gratis. Die Telefonnummern sind auch ganz normale Festnetznummern also keine versteckten Gebühren beim Anruf oder Faxempfang!
Möchte man zum Beispiel mehr Nummern einsetzen – vielleicht ein paar Hundert, ein paar Tausende oder auch mehr, dann gibt es auch ein “Business-Modell”.
Darüber hinaus wird das Funktionsset laufend erweitert. Speziell für den Business-Bereich abgestimmte Features sind ebenfalls nicht gratis.
Das Basispaket aber, wie es sich unter www.ringring.net darstellt bleibt jedoch kostenlos!
Wahrscheinlich das selbe Geschäftsmodell wie bei Herold.at, dort müssen Firmenkunden zahlen und Privatkunden bekommen alles gratis. Zumindest gibt es auf ringring.net auch einen businesskunden Bereich. Das Geschäftsmodell erinnert mich auch an das von AntiVir. Dort bekommt jeder Privatkunde einen voll funktionsfähigen Virenscanner. Die Firmen zahlen.