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Element of Crime: Don’t you smile

Episode 4 meiner höchstpersönlichen Musikbiografie

„Die Fabrik“ war ein ehrgeiziger Plan. Ein Veranstaltungszentrum in diesem kulturellen Niemandsland. Eine Location, in der wir nicht angefeindet wurden. Konzerte und Parties bis zum Abwinken in einer alten Fabrikshalle. Ein Traum! Wir waren jung. Nur einer von uns war volljährig und überhaupt berechtigt, den Mietvertrag zu unterzeichnen. Es war Sommer. Neben unseren Ferienjobs renovierten wir, bauten eine Bühne und eine Bar. Beim Ausmalen lief „Try to Mensch“ von Element of Crime. Am Abend gab’s Party. Ein paar Wochen durften wir diesen Traum träumen. Dann wurde es dem Fabriksbesitzer zu viel. Die Bewohner des Ortes hatten sich über den Lärm beschwert, über die seltsamen Vögel, die mit ihren Vespas herumkurvten und überhaupt. Zur offiziellen Unterzeichnung des Mietvertrages kam es nicht mehr. Einer von uns sprühte zum Abschied „It was only Rock’n’Roll“ an die frisch gestrichene Wand. Aus der Traum.

Ich weiß, es klingt nach der alten Musikliebhaberleier, aber ich finde die neueren Platten von Element of Crime fürchterlich. Mag sein, dass mir Sven Regeners Urheberrechts-Rant die Musik der Band verleidet hat. Kann aber auch sein, dass Element of Crime im Grunde seit Jahren nur eine Variation des selben Songs spielen. Sei’s drum: „Try to be Mensch“ und „Damals hintern Mond“ finde ich nach wie vor großartig.

Hier „Don’t you smile“ vom damals frisch veröffentlichten Album „Try to be Mensch“ (1987; produziert von John Cale) in einer Live-Version aus dem Jahr 2010.

Category: Kultur, Musik

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