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niemand

aufgewachsen
im grenzgebiet
am stacheldraht,
der eisern war,
aber kein vorhang.

drüben
schien die sonne
genauso
wie auf uns.

an sonntagen
sind wir oft dorthin gegangen.
spazieren.
niemand wusste,
wo das niemandsland
genau beginnt.

manchmal
haben wir am horizont
einen menschen gesehen.
mit gewehr.

ich wollte ihm winken.
durfte aber nicht.

nackt

am weg nach oben

entledigt sich der gedanke buy sildenafil citrate india

seiner kleider. generic name viagra ibepokin

 

springt dann nackt

und lachend

ins kalte wasser.

weil

feiner sand

zement

wasser

fügen sich zusammen

ergeben buchstaben

worte

einen satz

 

wir

ergeben uns nicht

fügen uns

nicht

 

treten

den betonklumpen

die buchstaben

die worte

den satz

mit füßen

 

morgen

nagel

der nagel in der wand verpflichtet dich zu nichts, denkst du.
und doch willst du worte dranhängen.
eines zumindest.
ein schweres.

null eins

sätze, die in keine schublade passen.
flirren über dem ganzen wortmüll.
betasten die welt wie die finger von blinden.

Go, go, go Bobo!

Ich trage einen Bart. Schon lange. Und eigentlich gibt es darüber gar nicht viele Worte zu verlieren. Sind ja nur ein paar Haare. Die müssen ab und zu gepflegt werden (wie eigentlich eh fast alles). Für die Pflege nehme ich manchmal Unterstützung in Anspruch. Erstens, weil es für den Bartträger selbst nicht einfach ist, die paar Haare in eine halbwegs ansehnliche Form zu bringen und zweitens, weil die Unterstützung meist mit einer Kopfmassage verbunden ist. Das begleitende Wohlfühlprogamm zur Rasur habe ich vor vielen Jahren an den Ghats von Varanasi kennengelernt. Hat nur ein paar Rupien gekostet. Seither leiste ich mir dieses Programm von Zeit zu Zeit. In Marrakesch, in Istanbul und auch in Wien.

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Hinterhofgeschichte

Ich gehe gerne in Hinterhöfe. Die verraten viel mehr über das Leben der Menschen, die in den Häusern leben und arbeiten, als herausgeputzte Fassaden. In Hinterhöfen entdecke ich immer wieder Artefakte, die mir Geschichten erzählen. Oder besser, die ich in meinem Kopf zu Geschichten zusammenfüge. Heute ist mir im 6. Wiener Gemeindebezirk eine Geschichte begegnet, die mich nachdenklich und verdammt wütend macht. Den Stoff zum Nachdenken bietet ein junger Mann, der derzeit in der Justizanstalt Gerasdorf „untergebracht“ ist.

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Die Angst

Als Kind war ich Schlafwandler. Da geschah es oft, dass ich mitten in meinem stockdunklen Zimmer aufwachte. Ob die Nächte damals finsterer waren oder ob es an den dicken Vorhängen lag, kann ich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls sah ich nichts. Nicht einmal den schmalen Lichtschein, der unter der Tür leuchtete solange meine Eltern wach waren. Ich konnte mich nicht orientieren, wusste nicht, wo vorne und hinten ist. Wusste nicht, wie ich an die Stelle gekommen war, an der ich aufgewacht bin. Wusste nicht, wie ich wieder ins Bett zurückfinden sollte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf den Boden zu knien und mich mit den Händen langsam vorwärts zu tasten. Ich wollte meine Mutter nicht um Hilfe rufen, weil mir die Situation, in der ich mich befand, so absurd vorkam. Ich stieß mir den Kopf an Dingen, die ich an dieser Stelle nicht vermutete, bekam Gegenstände zu fassen, die hart und fremd waren. Wenn ich an eine Wand kam, konnte ich mich nicht entscheiden, in welche Richtung ich mich weiterhanteln sollte. So habe ich die Angst kennengelernt.

an der grenze

keine ahnung, wie ich hierher gelangt bin
an diese grenze
weiß nur, dass es wenig bringen wird, auf der anderen seite „asyl!“ zu rufen

schleiche im niemandsland herum
bis auf weiteres
hoffe, dass mich das bläuliche licht der suchscheinwerfer nicht aufstöbert
dass der rote punkt des zielfernrohrs meine haut nicht kitzeln wird

Ein Kind. Ein Traum.

Als ich Kind war besuchte mich immer wieder derselbe Traum. Schreckte mich auf und ließ mich ratlos zurück. Er führte mich auf verschiedenen Wegen an den Tod. Wollte, dass ich aus Fenstern falle oder von Bäumen, die ich erklettert hatte. Ließ mich von großen schweren Autos überfahren. Meine Knochen waren zerschmettert, die Eingeweide hingen mir als blutiger Brei aus den Wunden, mein Hirn war ausgetreten. Doch das war nicht das Schlimmste für mich. Das Schlimmste war, dass die Zeit jedes Mal zurückgespult wurde wie ein Film. Ich war gezwungen, an einem Zeitpunkt weiterzuleben, der kurz vor dem blutigen Ereignis lag. Die Dinge entwickelten sich anders beim zweiten Durchlauf. Überhaupt nicht mehr spektakulär. Nie durfte ich erfahren, wie die erste Version der Geschichte weiterging. Und das obwohl ich ganz sicher wusste, dass ich tot war.

Verbot des Tages

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