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	<title>blog &#124; werquer</title>
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	<description>kultur, leben, politik und technologie quer gedacht</description>
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		<title>Twitter-Zensur: Nichts sagen ist kein Protest!</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 18:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir ist schon klar: Ich habe keine besonders große Reichweite, aber ich möchte dennoch den Versuch starten, einen etwas gehaltvolleren Protest gegen die heute bekannt gewordenen Zensurvorhaben von Twitter anzuregen. Aus meiner Sicht läuft der #TwitterBlackout nämlich ins Leere. Worum geht’s? Twitter hat auf seinem Blog unter dem Titel „Tweets still must flow“ angekündigt, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist schon klar: Ich habe keine besonders große Reichweite, aber ich möchte dennoch den Versuch starten, einen etwas gehaltvolleren Protest gegen die heute bekannt gewordenen Zensurvorhaben von Twitter anzuregen. Aus meiner Sicht läuft der #TwitterBlackout nämlich ins Leere.</p>
<p><span id="more-1280"></span></p>
<h2><strong>Worum geht’s?</strong></h2>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/startloecher.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1291" title="startloecher" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/startloecher.jpg" alt="startloecher Twitter Zensur: Nichts sagen ist kein Protest!" width="250" height="345" /></a>Twitter hat auf seinem Blog unter dem Titel „Tweets still must flow“ angekündigt, dass es sich in Zukunft nationalen Gesetzen und Gepflogenheiten beugen und notfalls auch Tweets pro Land löschen wird. &#8211; Also: Die Tweets werden nicht mehr so ungehindert fließen.</p>
<blockquote><p>“We haven’t yet used this ability, but if and when we are required to withhold a Tweet in a specific country, we will attempt to let the user know, and we will clearly mark when the content has been withheld.”</p></blockquote>
<p>Wie wurde doch im Vorjahr die Bedeutung der Sozialen Medien im Arabischen Frühling abgefeiert und wie wurde laut aufgeschrien als die Regierungen den Zugang zu diesen unterbunden haben! Das geht jetzt viel eleganter. Es wird einfach ausgefiltert, was den jeweiligen Machthabern nicht passt. Damit beugt sich wieder ein Internet-Unternehmen den staatlichen Vorgaben, um wachsen zu können. Anscheinend gewinnen ökonomische Überlegungen am Ende doch immer und die Meinungsfreiheit bleibt auf der Strecke.</p>
<p>Laut Twitter wird das in Zukunft also so aussehen:</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/tweet_witheld1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1287" title="tweet_witheld" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/tweet_witheld1.jpg" alt="tweet witheld1 Twitter Zensur: Nichts sagen ist kein Protest!" width="640" height="107" /></a></p>
<p>oder so:</p>
<h2><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/username_wihtheld1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1288" title="username_wihtheld" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/username_wihtheld1.jpg" alt="username wihtheld1 Twitter Zensur: Nichts sagen ist kein Protest!" width="640" height="109" /></a><br />
<strong>Und was sagt der Social Media Empörungs-Tross?</strong></h2>
<p>Die Slacktivisten der Welt haben sich auf eine besonders perfide Form des Protestes geeinigt: Sie werden schweigen! Morgen soll ein so genannter #TwitterBlackout (siehe dazu etwa die <a title="Huffington Post" href="http://www.huffingtonpost.com/2012/01/27/twitter-boycott-planned-t_n_1236573.html" target="_blank">Huffington Post)</a> statt finden. Wer politisch reinen Gewissens ist, sagt einen Tag lang einfach…nichts. Das wird die Weltöffentlichkeit schwer beeindrucken.</p>
<h2><strong>Mein Gegenvorschlag: Sagt was!</strong></h2>
<p>Und zwar so:</p>
<ul>
<li><strong>Werdet Bürger eines anderen Landes. </strong>Laut Twitter kann man im Account durch manuelle Auswahl des Landes die automatische Zuordnung per IP-Adresse overrulen. Also wählt ein Land, von dem ihr wisst, dass dort Zensur an der Tagesordnung steht. (Iran, China und Nordkorea sind nicht in der Liste zu finden, aber es gibt genug andere…)</li>
<li><strong>Sucht Zitate aus Publikationen, die in diesem Land auf schwarzen Listen stehen, verb</strong><strong><strong>oten oder verpönt sind. </strong></strong>(Idealerweise nehmt Ihr etwas, zu dem ihr persönlich stehen könnt oder was ihr zumindest als Diskussionsbeitrag akzeptieren könnt.)</li>
<li><strong>Twittert diese Zitate.</strong> Wenn Ihr sie auf englisch twittert, haben Eure Follower auch was davon. Wenn Ihr brauchbare Übersetzungen hinkriegt, ist das umso besser. (<a title="Google Translate" href="http://translate.google.com">Google Translate</a> kann helfen.)</li>
<li><strong>Verwendet den Hasthag #withholdthis</strong></li>
</ul>
<p>Das ist zwar etwas mehr Aufwand als einen Tag nichts zu twittern, macht aber sichtbarer, worum es eigentlich geht.</p>
<p>Freue mich auf Feedback!</p>
<p><strong>[Update am 28.01.2012]</strong></p>
<p>Es gab einige Kommentare zu diesem Post (interessanterweise auf Twitter und nicht im Blog), zu denen ich kurz Stellung nehmen möchte. Im wesentlichen stützen sie sich auf die Argumentation, die Mashable (<a title="Relax: Twitter’s New Censorship Policy Is Actually Good for Activists" href="http://mashable.com/2012/01/27/twitter-censorship-activism/" target="_blank">Relax: Twitter’s New Censorship Policy Is Actually Good for Activists</a>) und der NDR (<a title="Twitter verbessert sich und alle schreien &quot;Zensur&quot;" href="http://zapp.blog.ndr.de/2012/01/27/twitter-verbessert-sich-und-alle-schreien-zensur/" target="_blank">Twitter verbessert sich und alle schreien &#8220;Zensur&#8221;</a>) gut zusammengefasst haben. Sukkus daraus: Alle Social Networks haben mit denselben Problemen zu kämpfen und Twitter löst die noch am elegantesten. Absolut richtig! Das war aber gar nicht der Grund für mich, diesen Blogpost zu schreiben. Der Grund war vielmehr der &#8211; aus meiner Sicht  - vollkommen fehlgeleitete &#8220;Protest&#8221;, der heute in Form von #TwitterBlackout stattfindet (oder eben nicht).</p>
<p>Selbst wenn Twitter besser und transparenter damit umgeht als andere Plattformen (was anerkannt werden sollte) bleibt das Problem bestehen, dass einzelne Länder die Möglichkeit haben, Inhalte zu zensieren. Ein Beispiel: Ein Twitter-User (oder eine Userin), der in einem autoritär regierten Land nachhaltig gegen dortige Gesetze verstößt, kann zwar in seinen Einstellungen behaupten, gar nicht Bürger dieses Landes zu sein. Er kann aber auf Anfrage der dortigen Behörden sehr wohl in diesem Land blockiert werden. Das ist und bleibt Zensur. Und dagegen lohnt es sich aufzutreten.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>der dramolette zweiter teil</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 08:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dramolette]]></category>

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		<description><![CDATA[dramolett #14: a: ich mag ihren humor. b: es ist wirklich nicht leicht, sie zu beleidigen. dramolett #16: a: sie verstehen überhaupt keinen spaß. b: rein intellektuell wäre ich dazu sehr wohl in der lage. dramolett #17: (in der magistratischen annahmestelle für todesfälle): a: nehmen wir mal an, ich wäre tot. b: finden sie das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>dramolett #14:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: ich mag ihren humor.<br />
b: es ist wirklich nicht leicht, sie zu beleidigen.</p>
<p><span id="more-1271"></span></p>
<h2><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/dramolett_151.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1273" title="dramolett_15" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/dramolett_151.jpg" alt="dramolett 151 der dramolette zweiter teil" width="650" height="316" /></a>dramolett #16:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: sie verstehen überhaupt keinen spaß.<br />
b: rein intellektuell wäre ich dazu sehr wohl in der lage.</p>
<h2>dramolett #17:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">(in der magistratischen annahmestelle für todesfälle):<br />
a: nehmen wir mal an, ich wäre tot.<br />
b: finden sie das witzig?<br />
a: nein! ganz im gegenteil.</p>
<h2>dramolett #18:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: ich überlege, in die politik zu gehen.<br />
b: und wann glauben sie, dass sie wieder zurück sein könnten?</p>
<h2>dramolett #19:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: ich hatte eine sehr schwere kindheit.<br />
b: solange ihr rechtes augenlid so zuckt, möchte ich mit ihnen lieber über wittgenstein sprechen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>der dramolette erster teil</title>
		<link>http://www.werquer.com/blog/2012/01/dramolette-1/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 10:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dramolette]]></category>

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		<description><![CDATA[dramolett #1: a: sie sind mir aber einer! b: ich hatte leider keine zeit, mich auf dieses leben vorzubereiten. dramolett #2: dramolett #3: a: mir fällt auf, dass sie nach dem essen ganz friedlich sind. b: friede ist die periode zwischen kriegen. a: wollen sie krieg? b: sie haben angefangen. dramolett #4: a: mit ihnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>dramolett #1:</strong></h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: sie sind mir aber einer!<br />
b: ich hatte leider keine zeit, mich auf dieses leben vorzubereiten.<span id="more-1253"></span></p>
<h2>dramolett #2:</h2>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/dramolett.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1258" title="dramolett" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/dramolett.jpg" alt="dramolett der dramolette erster teil" width="654" height="233" /></a></p>
<h2>dramolett #3:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: mir fällt auf, dass sie nach dem essen ganz friedlich sind.<br />
b: friede ist die periode zwischen kriegen.<br />
a: wollen sie krieg?<br />
b: sie haben angefangen.</p>
<h2>dramolett #4:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: mit ihnen kann man kein vernünftiges gespräch führen.<br />
b: haben sie als kind ihre eltern auch mal ungewollt beim sex erwischt?</p>
<h2>dramolett #5:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: was ist mit ihnen?<br />
b: ach nichts.<br />
a: es tut mir leid, aber die wahrheit tut manchmal weh.<br />
b: und ich dachte schon, es wäre ihre blödheit.</p>
<h2>dramolett #6:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: wir waren doch alle mal jung.<br />
b: sie auch?<br />
a: ja sicher!<br />
b: glaub ich nicht.<br />
a: warum?<br />
b: mein handy läutet. das ist wichtig.</p>
<h2>dramolett #7:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: nein!<br />
b: so beginnt man kein gespräch.<br />
a: doch.</p>
<p style="padding-left: 90px;">
<h2>dramolett #8:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: jeder ist doch seines eigenen glückes schmied.<br />
b: ich bin handwerklich total unbegabt.</p>
<h2>dramolett #9:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: so haben sich doch verständnis!<br />
b: tut mir leid, wir haben krise.<br />
a: gut, dann komme ich morgen wieder.</p>
<h2>dramolett #10:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: wie geht&#8217;s?<br />
b: fragen sie lieber nicht.<br />
a: ich habe aber gefragt.<br />
b: es könnte schlimmer sein.<br />
a: auf wiedersehen!</p>
<h2>dramolett #11:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: wenn sie mal sterben, muss man ihre goschn auch extra derschlagen.<br />
b: woher wissen sie, dass ich derschlagen werd?</p>
<h2>dramolett #12:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">a: tschuldigen! wie spät ham sie&#8217;s?<br />
b: ich hab&#8217;s genauso spät wie sie.<br />
a: trottel!</p>
<h2>dramolett #13:</h2>
<p style="padding-left: 30px;">(im bekleidungsfachgeschäft)<br />
a: kann man was tun für sie?<br />
b: mir ist nicht mehr zu helfen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Geldbeschaffung auf bäuerlich-katholisch*</title>
		<link>http://www.werquer.com/blog/2012/01/geldbeschaffung-auf-katholisch/</link>
		<comments>http://www.werquer.com/blog/2012/01/geldbeschaffung-auf-katholisch/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 17:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>

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		<description><![CDATA[Geehrter Herr Hiegelsberger, ich fasse es ja nicht. Sie wollen tatsächlich, dass ich als ausgetretener Katholik wieder zur Kasse gebeten werde? (Siehe Standard und Presse.) Es wird Ihnen eh ziemlich powidl sein, warum ich ausgetreten bin. Daher gibt es hier nur die Kurzform: Ich war und bin angewidert von der katholischen Kirche, von ihrer Verlogenheit, von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geehrter Herr Hiegelsberger,</p>
<p>ich fasse es ja nicht. Sie wollen tatsächlich, dass ich als ausgetretener Katholik wieder zur Kasse gebeten werde? (Siehe <a title="Standard" href="http://derstandard.at/1325485617521/Oberoesterreich-Bauernbund-will-Kirchensteuer-fuer-Ausgetretene">Standard</a> und <a title="Presse" href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/721494/Kultusbeitrag-statt-der-Kirchensteuer?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do" target="_blank">Presse</a>.) Es wird Ihnen eh ziemlich powidl sein, warum ich ausgetreten bin. Daher gibt es hier nur die Kurzform: Ich war und bin angewidert von der katholischen Kirche, von ihrer Verlogenheit, von ihrer Scheinheiligkeit und vor allem glaube ich nicht an Gott. Das habe ich mit meinem Kirchenaustritt vor mehr als 12 Jahren unmissverständlich klar gemacht. Und das müsste eigentlich reichen.</p>
<p><span id="more-1236"></span>Tut es aber nicht. Anscheinend denken schon zu viele so wie ich und rennen der Kirche in Scharen davon. Da lässt sich ihr ganzer katholischer Firlefanz nicht mehr finanzieren und die Kirche kann die Millionen nicht mehr aufbringen, die die Klasnic-Kommission (bislang waren es 6,4) an die Opfer ihrer verirrten Schafhüter bezahlen muss.</p>
<p>Sorry, Herr Hiegelsberger, ich bin der katholischen Kirche niemals wissentlich beigetreten, habe mich als Schüler bei der erstbesten Gelegenheit vom Religionsunterricht abgemeldet und bin ausgetreten als die Kirchenbeitragsstelle Geld von mir verlangt hat. Ich finde es schlimm genug, dass meine Kinder, die ebenfalls nicht Mitglieder dieser Institution sind, Tag für Tag das seltsame Foltersymbol an der Wand ihrer Klasse sehen müssen.</p>
<p>Die katholische Kirche ist in einer tiefen Krise. Zu Recht wie ich meine. Dass Sie jetzt meinen, dass Menschen, die diese Krise nicht verursacht haben, die sich bewusst distanziert haben, dafür zahlen sollen, ist unvergleichlich blöd. Es bleibt auch blöd, wenn Sie das als Kultussteuer tarnen. Und es hat vor allem nichts mit Solidarität oder dem Erhalt von Kulturgütern zu tun. Ich habe mich wirklich bemühen müssen, vergleichbare Geldbeschaffungsmethoden zu erfinden:</p>
<div id="_mcePaste">
<ul>
<li>Zum Beispiel könnten alle Menschen, die zwar einen Führerschein haben, aber bewusst auf ein Auto verzichten, eine KFZ-Pauschalsteuer bezahlen. Dann müssten die Treibstoffpreise nicht mehr angehoben werden.</li>
<li>Kranken und behinderten Menschen, die schon mal gesund waren, könnte die Sozialversicherung ordentlich raufgesetzt werden.</li>
<li>Oder ein Beispiel aus Ihrem Bereich: Landwirten, die bewusst auf biologische und nachhaltige Produktion umgestellt haben, könnten sämtliche Förderungen entzogen werden.</li>
</ul>
</div>
<p>Religion hat nicht viel mit Rationalität zu tun, das ist mir schon klar. Aber Herr Hiegelsberger, Sie sind ja kein katholischer Würdenträger, sondern Funktionär einer Interessensvertretung. Von solchen sollte man sich ein Mindestmaß an Vernunft erwarten können. Bitte lassen Sie den Quatsch! Sowas tut der Landwirtschaft nicht gut.</p>
<p>Schöne Grüße nach Oberösterreich!</p>
<p><em>*Nachdem ORF.at berichtet hat, dass sich selbst die Kirche von Ihrer Idee distanziert hat (siehe letzter Absatz dieses <a title="Artikels" href="http://religion.orf.at/projekt03/news/1201/ne120104_kirchensteuer_fr.htm">Artikels</a>) habe ich den Titel von &#8220;Geldbeschaffung auf katholisch&#8221; auf &#8220;Geldbeschaffung auf <strong>bäuerlich</strong>-katholisch&#8221; geändert.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>profil, Korruption, Werbung und der Teil, den ich mir dazu denke</title>
		<link>http://www.werquer.com/blog/2011/12/profil-korruption-werbung-und-der-teil-den-ich-mir-dazu-denke/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 17:12:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.werquer.com/blog/?p=1225</guid>
		<description><![CDATA[Ich laboriere zur Zeit an einer hartnäckigen Bronchitis. Mangels Fernseher lümmle ich meistens auf meiner Couch herum, lese, döse oder bemitleide mich. Heute habe ich mir den Jahresrückblick des profil zur hustengeschwellten Brust genommen. &#8220;Krise &#38; Korruption&#8221; prangt da am Cover. Alles wie immer also. Auf den Seiten 28 und 29 hat mir dann das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich laboriere zur Zeit an einer hartnäckigen Bronchitis. Mangels Fernseher lümmle ich meistens auf meiner Couch herum, lese, döse oder bemitleide mich. Heute habe ich mir den Jahresrückblick des profil zur hustengeschwellten Brust genommen. &#8220;Krise &amp; Korruption&#8221; prangt da am Cover. Alles wie immer also. Auf den Seiten 28 und 29 hat mir dann das Fieber einen Streich gespielt. &#8211; Dachte ich zuerst&#8230;</p>
<p><span id="more-1225"></span><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/kwikki.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1226" title="kwikki" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/kwikki.jpg" alt="kwikki profil, Korruption, Werbung und der Teil, den ich mir dazu denke" width="654" height="425" /></a></p>
<p>Was haben wir denn da? Die Story trägt den Titel &#8220;Hauen und bestechen&#8221;. Michael Nikbaksh und Ulla Schmid legen darin die Verkommenheit dieser Republik wortreich dar, vergessen nicht auf die großen Affären wie AKH, Noricum oder Lucona, halten aber fest, dass das Erbe der schwarz-blauen Koalition das Jahr 2011 zu einem &#8220;fulminante(n) Affärenjahr&#8221; gemacht hat. Und mitten drin prangt ein Inserat für ein neues Mobilfunkprodukt. Das nennt sich &#8220;<a title="kwikki" href="http://www.kwikki.at/" target="_blank">kwikki</a>&#8220;, gehört zur YESSS! Telekommunikation GmbH und wirbt tatsächlich mit dem Slogan:</p>
<blockquote><p>&#8220;es ist schon ok, wenn du supernackt bist</p>
<p>aber es muss ja nicht unbedingt jeder wissen</p>
<p>kwikki, die schnelle nummer aus der trafik&#8221;</p></blockquote>
<p>Ganz dunkel erinnere ich mich an die Geschichte mit den neun Telefonnummern des jungen feschen KHG (oder waren es acht?), die heuer im August eifrigst diskutiert wurde. Und ich denk mir meinen Teil zum Thema &#8220;impactstarke, aber vollkommen deplatzierte Werbung&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Weltpolitik und Banalitäten: „Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“</title>
		<link>http://www.werquer.com/blog/2011/12/weltpolitik-und-banalitaten-%e2%80%9epeggy-pickit-sieht-das-gesicht-gottes%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 13:50:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Akademietheater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.werquer.com/blog/?p=1212</guid>
		<description><![CDATA[Roland Schimmelpfennig ist der meist gespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Mit Sicherheit ist &#8220;Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes&#8221; am Wiener Akademietheater brilliant gespielt. Das Stück holpert trotzdem. Die Mitglieder des Vierer-Ensembles stellen die Figuren in ihrer ganzen Hilflosigkeit sehr überzeichnet dar. Das verlegene Lachen ist ebenso laut wie das hysterische Weinen. Es ist letztlich eine Geschmacksfrage, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roland Schimmelpfennig ist der meist gespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Mit Sicherheit ist<em> &#8220;Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes&#8221;</em> am Wiener Akademietheater brilliant gespielt. Das Stück holpert trotzdem.</p>
<p><span id="more-1212"></span></p>
<div id="attachment_1213" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/peggy.jpg"><img class="size-full wp-image-1213 " title="peggy_pickit" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/peggy.jpg" alt="peggy Weltpolitik und Banalitäten: „Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Caroline Peters (Karen), Peter Knaack (Martin), Tilo Nest (Frank), Christiane von Poelnitz (Liz) (c) Copyright: Reinhard Werner, Burgtheater</p></div>
<p>Die Mitglieder des Vierer-Ensembles stellen die Figuren in ihrer ganzen Hilflosigkeit sehr überzeichnet dar. Das verlegene Lachen ist ebenso laut wie das hysterische Weinen. Es ist letztlich eine Geschmacksfrage, ob man diese Art der Inszenierung, diese Überzeichnung ins Groteske, gut findet. Der Stoff würde sie schon vertragen. Bei dem geht es nämlich um das komplizierte Verhältnis der reichen Länder des Nordens zu jenen des Südens, die in Armut und Bürgerkrieg versinken.</p>
<p>Schimmelpfennigs Kunstgriff ist, die Diskussion darüber in ein deutsches Wohnzimmer zu bringen, in dem sich zwei Paare nach Jahren wieder sehen. Das eine davon ist nach einem sechsjährigen humanitären Einsatz aus Afrika zurückgekehrt, der tiefe Spuren hinterlassen hat. Das andere hat währenddessen ein Kind bekommen und das gesamte Mittelstandsprogramm vom Kind bis zum Einfamilienhaus mit Garage abgespult. Im Laufe eines mit reichlich Alkohol getränkten Abends werden nicht nur weltpolitischen Fragen auf eine persönliche Ebene geholt. Es treten auch sehr banale menschliche Konflikte zwischen den vier Menschen zu Tage. Der Autor durchmischt die Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse aus dem Bürgerkriegsland mit den ehelichen Krisen seiner Figuren. In teilweise lähmend langweiligen Dialogen, die dann auch noch zigfach nach persönlichen Kommentaren der Protagonisten wortgleich wiederholt werden, kommt das Stück schön langsam zur Kernfrage: nämlich der der Verantwortung. Konkret ist die Verantwortung für das Waisenmädchen Annie gemeint, das Karen und Martin gegen die Regeln der Hilfsorganisation aufgenommen und es dann auf der Flucht vor dem Krieg zurückgelassen haben. Liz und Frank haben Annie von Deutschland aus unterstützt und sie ihrer Tochter als eine Freundin präsentiert, der sie Briefe geschrieben hat.</p>
<p>Der Theaterabend zieht sich wie Kaugummi. An der schauspielerischen Leistung liegt es nicht (meine Sympathie gilt vor allem Tilo Nest in der Rolle des abgeklärten Zynikers Frank). Mein Versuch, das <em>„ist der meist gespielte Gegenwartsdramatiker“</em> durchzudeklinieren:</p>
<ul>
<li><em>„Meist gespielt“:</em><em> I</em>st sicherlich statistisch belegbar.</li>
<li><em>„Gegenwarts-„: </em>Ja, das Stück wirft interessante aktuelle Fragen auf.</li>
<li><em>„-dramatiker“</em> : Da liegt aus meiner Sicht die große Schwäche. Dass das Stück nur langsam in Fahrt kommt, ist als dramatisches Konzept nachvollziehbar. Dass es manchmal ruckelt und Passagen nach persönlichen Reflexionen der Protagonisten wiederholt werden, ist als originelle Idee akzeptabel. Das Stück holpert aber über die ganze Länge einem Höhepunkt entgegen, der keiner ist.</li>
</ul>
<p>Details auf der <a title="Seite des Burgtheater" href="http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/spielplan/event_detailansicht.at.php?eventid=1323120" target="_blank">Seite des Burgtheaters</a>.</p>
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		<title>Über Carsharing, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die UN Klimakonferenz</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 12:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Carsharing]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntag ist. – Der Tag, an dem Väter mit ihren Kindern, junge Männer mit ihren Freundinnen, alte Herren meist allein zur Tankstelle fahren und mit Hingabe ihr Allerliebstes pflegen: ihr Auto, den fahrbaren Untersatz, der nach wie vor der Ausdruck individueller Freiheit und des gesellschaftlichen Status ist. Ein paar Gedanken dazu: Nun, eigentlich sind es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sonntag ist. – Der Tag, an dem Väter mit ihren Kindern, junge Männer mit ihren Freundinnen, alte Herren meist allein zur Tankstelle fahren und mit Hingabe ihr Allerliebstes pflegen: ihr Auto, den fahrbaren Untersatz, der nach wie vor der Ausdruck individueller Freiheit und des gesellschaftlichen Status ist. Ein paar Gedanken dazu:</p>
<p><span id="more-1204"></span>Nun, eigentlich sind es keine Gedanken, ich möchte vielmehr meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen… ach was! Ich bin wütend. Und das kam so.</p>
<p>Ich habe bewusst kein Auto. Ich brauche keines, weder dazu, meine täglichen Wege zu erledigen, noch um mein Ego in irgendeiner Weise aufzupolieren. Ich lege Wert darauf, dass mein persönlicher CO2 Footprint kein allzu tiefes Loch darstellt und mir fehlen die Nerven für’s Parkplatz-Suchen. Hinzu kommt, dass ich mit der Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien im Großen und Ganzen zufrieden bin. Ich zahle für eine Jahreskarte (freue mich aber, wenn sie günstiger wird) und ich halte die Schwarzkappler-Warnungen auf Twitter für schwer verzichtbar. Und wenn ich mal ein Auto brauche, so nutze ich Car-Sharing. – Wie etwa gestern.</p>
<p>Gestern waren meine Töchter zu einer Geburtstagsfeier in die SCS eingeladen. (Über die Location und die Wahl des Termins könnte man einen eigenen Blogpost schreiben&#8230;) Ich wollte die Gelegenheit nutzen und ein paar Einkäufe erledigen. Also habe ich einen Wagen reserviert. Das geht online wirklich unkompliziert und noch dazu ist die Garage, wo die Wagen abzuholen sind, in Gehweite meiner Wohnung.</p>
<p>Klingt alles eitel Wonne. Ich bin aber wütend. Und zwar, weil Menschen anscheinend wirklich nicht fähig sind, Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Hier die Details: Als ich den Wagen aufgesperrt hatte, war der Schlüssel nicht in dem dafür vorgesehenen Schlüsseltäschchen. Nach ein paar Minuten habe ich ihn dann doch gefunden. Nächstes Ärgernis: Das Auto war nicht vollgetankt. Wäre fein gewesen. Dann hätte ich nämlich gewusst, wie viel ich für die paar Kilometer nachtanken soll. Ich habe keine Lust, die Fahrten anderer zu finanzieren. Zwei angebrochene Getränkeflaschen hat mir der vorige Nutzer auch noch hinterlassen. Jetzt könnte man meinen, dass vielleicht nur diese eine Person, die den Wagen vor mir genutzt hat, ein kleines Arschloch ist. Das glaube ich aber nicht.</p>
<p>Der Wagen (Zulassungsdatum 2008) war hinten und vorne schwer zerkratzt. Das war auch in dem Heft festgehalten, das zu diesem Zwecke im Handschuhfach liegt. Die Einträge stammten aber nicht von den Lenkern, sondern vom Service-Team des Carsharing-Anbieters. Anscheinend haben also schon andere den Wagen in einem Zustand zurückgegeben, der nicht auf eine „normale“ Fahrt hindeutet. Ist scheinbar egal. Die Versicherung deckt das schon ab. Doch es geht noch weiter. Am Heimweg hatte ich eine Reifenpanne. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, was der Grund dafür war. Ich kann nur sagen, dass ich in einer Kurve ein Rumpeln gespürt habe und ich ein paar hundert Meter weiter mit einem platten Reifen am Straßenrand gestanden bin. Kann schon sein, dass ich über einen spitzen Gegenstand gefahren bin. Ich hänge aber eher der These des herbeigerufenen ÖMTC-Mitarbeiters an, der sagt, dass die Leute mitunter recht rücksichtslos mit ausgeborgten Fahrzeugen umgehen. Es ist nämlich schon die zweite Reifenpanne, die ich mit einem Carsharing-Wagen hatte. Das kann kein Zufall sein.</p>
<p>Ich erspare Euch jetzt das Gejammere darüber, dass wir gestern 1 ½ Stunden warten mussten, bis mir jemand beim Reifenwechsel helfen konnte. (Die Schrauben konnte ich selbst lösen, aber der Reifen ging trotz heftigster Fußtritte nicht ab.). Ich möchte auch nicht über die verzweifelt weinenden Kinder am Rücksitz schreiben.</p>
<p><strong>Worüber man aber schreiben und nachdenken sollte:</strong></p>
<p>Heute ist die Klimakonferenz in Durban zu Ende gegangen. Es herrscht kollektive Enttäuschung darüber, dass sie keinen großen Durchbruch gebracht hat. Wie sollte sie das auch? Die Menschen (Achtung! Pauschalurteil) sind scheinbar nur in der Lage, sorgsam mit Dingen umzugehen, die sie als ihr Eigentum erachten. Geborgte Autos betrachten sie offensichtlich ebenso wenig als solches wie das Klima. Überzeugt Euch selbst am nächsten Sonntag an der Tankstelle Eures Vertrauens!</p>
<p><em>Update:</em></p>
<p><em>Heute hat sich via Twitter <a title="@autoshareAT" href="http://www.twitter.com/autoshareAT" target="_blank">@autoshareAT </a> bei mir gemeldet. Der Ansatz dort ist &#8220;privates Carsharing&#8221;. Ich könnte mir vorstellen, dass es besser funktioniert, wenn man den Besitzer bzw. die Besitzerin des Wagens persönlich kennt. Wann die Plattform den Betrieb aufnimmt, ist der <a title="Website" href="http://www.autoshare.at/about" target="_blank">Website</a> nicht zu entnehmen. </em></p>
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		<title>Stell Dir vor es ist Demokratie und keiner stimmt ab</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 18:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenbremse]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Bundespräsident, bislang habe ich mich bei dem Thema „Schuldenbremse in den Verfassungsrang“ zurück gehalten. Ich geb’s zu: Ich wollte mich da nicht blamieren. Ich wollte nicht öffentlich vertreten, dass die Maastricht-Kriterien, politisch verantwortungsvolles Handeln und ein bisschen Hausverstand (ich mag das Wort nicht, aber hier passt es doch ganz gut) als Leitlinien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste">Sehr geehrter Herr Bundespräsident,</div>
<p>bislang habe ich mich bei dem Thema „Schuldenbremse in den Verfassungsrang“ zurück gehalten. Ich geb’s zu: Ich wollte mich da nicht blamieren. Ich wollte nicht öffentlich vertreten, dass die <a title="Maastricht-Kriterien" href="http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Konvergenzkriterien" target="_blank">Maastricht-Kriterien</a>, politisch verantwortungsvolles Handeln und ein bisschen Hausverstand (ich mag das Wort nicht, aber hier passt es doch ganz gut) als Leitlinien für die Budgetpolitik reichen sollten. Wir wissen beide, dass all das nicht gereicht hat und auch nicht reichen wird. Dass Politiker die Grundprinzipien, die sie jahrelang missachtet haben, in die Verfassung schreiben, wird das auch nicht ändern. Das dachte ich, und hatte dabei das mulmige Gefühl, dass ich etwas falsch verstehe, dass ich irgendeinen Aspekt übersehen habe.</p>
<div><span id="more-1187"></span></div>
<p>Heute haben wir dann erfahren, dass uns eine Rating-Agentur „unter Beobachtung“ stellt, dass unser hübsches AAA wackelt und dann kommen Sie, Österreichs erster Mann im Staat und betonen in der Aussendung &#8220;<a title="OTS Aussendung" href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111206_OTS0258/bundespraesident-fordert-verantwortungsbewusstsein-von-allen-parteien" target="_blank">Bundespräsident fordert Verantwortungsbewusstsein von allen Parteien</a>&#8220;:</p>
<blockquote>
<div id="_mcePaste">Österreich braucht jedenfalls mehr denn je gemeinsame Anstrengungen in Richtung einer stabilen und rationalen Entwicklung, die auch Fairness zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht außer Acht lässt.</div>
</blockquote>
<p>D’accord! Mehr denn je. Weil, was nicht war, kann ja vielleicht noch werden. Und was Sie sagen, klingt ja wirklich gut. Ich bin zu jeder Wahl gegangen und habe immer Parteien gewählt, die in ihren Versprechungen diesem Ideal aus meiner Sicht am nächsten kommen.</p>
<p>Ich lese ihre Aussendung weiter:</p>
<blockquote><p>Eine &#8220;Schuldenbremse&#8221; im Verfassungsrang wäre ein wichtiges und richtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt, das den Spielraum des Verhältnisses zwischen einnahmenseitigen und ausgabenseitigen Maßnahmen nicht verändert, aber die vorgegebene Gesamtrichtung der Reduzierung des Schuldenstands deutlich bekräftigt und unterstützt.</p></blockquote>
<p>Hm. Es geht also nur um ein Signal? Ganz ehrlich, Signale helfen uns nicht weiter. Was uns weiterhelfen würde, wäre der vielbeschworene Tag, der mit einem ausgeglichenen Budget beginnt. Und mit „ausgeglichen“ meine ich „ausgeglichen“ und nicht gebügelt, beschönigt oder geföhnt. Dessen sind sich die Menschen in diesem Land genauso bewusst wie die Politiker. (Schlimm genug, dass das in der Wahrnehmung der meisten zwei gänzlich verschiedene Gruppen sind.)</p>
<p>Bis jetzt ist noch alles so, wie’s immer war: Alle orten Reformbedarf, aber man erkennt, dass alles „sehr kompliziert“ ist. (Der Sager von Fred Sinowatz war entwaffnend ehrlich und er ist als Ausrede universell einsetzbar.) Also machen wir halt so weiter wie bisher.</p>
<p>Und nun raten Sie folgendes?</p>
<blockquote><p>Der Bundespräsident ging auch kurz auf die morgige Abstimmung über die Schuldenbremse im Nationalrat ein und meinte, dass Abgeordnete, die dem Gedanken einer Schuldenbremse im Verfassungsrang grundsätzlich positiv gegenüberstehen, aber der Regierung keinen ausdrücklichen Vertrauensvorschuss geben wollen oder einzelnen Formulierungen nicht explizit zustimmen wollen, auch die Möglichkeit hätten, sich der Stimme zu enthalten bzw. an der Abstimmung nicht teilzunehmen.</p></blockquote>
<p>Herr Bundespräsident, ich gebe gerne zu, dass ich die komplexen Zusammenhänge der Finanzpolitik nicht zur Gänze verstehe. Ich habe auch nicht die Zeit, mir das Wissen so weit anzueignen, dass ich mit den Größen der Finanzwelt auf Augenhöhe parlieren kann. Ich muss nämlich arbeiten. Von dem Geld, das ich dabei verdiene, zahle ich Steuern. Von den Steuern werden Politiker bezahlt, die mehr von der Sache verstehen sollten als ich. Und Sie raten diesen Politikern, dass sie Abstimmungen fernbleiben sollen? Soll ich Politiker bezahlen, die die Rationalität sträflich vernachlässigen (sonst müssten wir ja kein Signal dafür in die Verfassung schreiben) und die ihre Wähler (man nennt es repräsentative Demokratie) durch Abstimmungsabsenz vertreten?</p>
<div>Herr Bundespräsident, ich mache mir Sorgen!</div>
<p>Schöne Grüße,</p>
<p>Werner Reiter</p>
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		<title>&#8220;American Passages&#8221; &#8211; Ruth Beckermann entnimmt der amerikanischen Gesellschaft Proben</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 19:51:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Autorin und Filmemacherin Ruth Beckermann hat für ihren aktuellen Film „American Passages“ eine „assoziative Reise“ (so steht es im Pressetext) durch die USA unternommen. In den 120 Minuten wird allerdings nicht klar, was sie assoziiert. Wie eine Forscherin entnimmt sie der amerikanischen Gesellschaft Proben, schüttelt sie in der Eprouvette und betrachtet sie mit interessiertem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Autorin und Filmemacherin <a title="Ruthe Beckermann" href="http://www.ruthbeckermann.com/" target="_blank">Ruth Beckermann</a> hat für ihren aktuellen Film „<a title="American Passages" href=" http://www.americanpassages.at/" target="_blank">American Passages</a>“ eine „assoziative Reise“ (so steht es im <a title="Pressetext" href="http://www.ruthbeckermann.com/aduploads/44.08.ma,americanpassages_presseheft.pdf" target="_blank">Pressetext</a>) durch die USA unternommen. In den 120 Minuten wird allerdings nicht klar, was sie assoziiert.</p>
<p><span id="more-1169"></span>Wie eine Forscherin entnimmt sie der amerikanischen Gesellschaft Proben, schüttelt sie in der Eprouvette und betrachtet sie mit interessiertem Blick. Da sind einige berührende Momente dabei. Am stärksten ist die Anfangsszene. Sie zeigt Afroamerikaner in Harlem, die 2008 den Wahlsieg Barack Obamas feiern. Man spürt, dass der Moment eine Art Erlösung für sie darstellt. Diese positive Energie und diese Euphorie wird allerdings schnell gebremst. Beckermann ist durch insgesamt 11 Bundesstaaten gereist, hat Gefängnisse besucht, Obdachlose, Charity-Ladies, Spieler, junge desillusionierte Rückkehrer aus dem Irak-Krieg vor die Kamera geholt. Sie betrachtet alle mit einem sehr interessierten Blick und man spürt, dass sie sich sehr zurückhält. Sie ist Europäerin und maßt sich nicht an, zu interpretieren, was sich vor der Linse (oder in der Eprouvette) abspielt. Manches ist ganz unfreiwillig komisch, wie etwa die Verzückung junger Menschen beim Absingen religiöser Lieder in einem Stadion oder eine billig arrangierte Gedenkfeier für gefallene Soldaten. Anderes wie etwa die Szene in einem heruntergekommen schwarzen Wohnviertel transportiert tiefste Hoffnungslosigkeit und wieder anderes ist fast surreal, etwa der greise Spieler in Las Vegas.</p>
<p>Es gibt nur eine Nation auf der ganzen Welt, die von sich behaupten kann, dass sie einen Traum hat. Für mich ist das einer der Schlüsselsätze in dem Film. Die Filmemacherin hat diesen Traum in keinster Weise greifbarer gemacht. Sie hat ihn aber auch nicht zerstört.</p>
<p>Manchmal hätte ich mir aber doch gewünscht, dass sie ihre Rolle als Forscherin intensiver wahrnimmt und die Reagenzgläser nicht nur interessiert schüttelt. Auf alle Fälle hätte ich mir eine konzentriertere Kamera-Arbeit gewünscht. Unschärfen und angeschnittene Motive mögen durchaus Stilmittel sein. Wenn man sie wahllos einsetzt, wirken sie, als wären sie passiert.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="315" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/NyiqaP7j1Uo?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/v/NyiqaP7j1Uo?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Post- oder nicht Postjournalismus?</title>
		<link>http://www.werquer.com/blog/2011/11/post-oder-nicht-postjournalismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 14:20:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>werquer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Michel Reimon, dessen Blogposts und Tweets ich sehr gerne lese, hat am Wochenende sein Buchkonzept zum Thema „Postjournalismus“ vor- und gleichzeitig zur Diskussion gestellt. Ich sollte heute eigentlich anderes tun, aber es juckt mich ganz gewaltig, ein paar Gedanken los zu werden. Das Thema beschäftigt mich und da Reimon gefragt hat, nehme ich das jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michel Reimon, dessen <a title="Blogposts" href="http://reimon.net" target="_blank">Blogposts</a> und <a title="Tweets" href="http://www.twitter.com/michelreimon" target="_blank">Tweets</a> ich sehr gerne lese, hat am Wochenende sein Buchkonzept zum Thema „<a title="Postjournalismus" href="http://reimon.net/2011/11/27/postjournalismus-das-konzept/ " target="_blank">Postjournalismus</a>“ vor- und gleichzeitig zur Diskussion gestellt. Ich sollte heute eigentlich anderes tun, aber es juckt mich ganz gewaltig, ein paar Gedanken los zu werden. Das Thema beschäftigt mich und da Reimon gefragt hat, nehme ich das jetzt zum Anlass&#8230;</p>
<div><span id="more-1119"></span></div>
<p>Zuerst aber ein paar Sätze, damit die p. t. Leser u. a. Zeilen richtig einordnen können: Ich habe zu einer Zeit Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert, als in Österreich gerade über die Liberalisierung des Rundfunks diskutiert wurde (damals waren die „Piraten“ Menschen, die illegaler Weise täglich eine Stunde Radioprogramm in den Äther geblasen haben). Gängige Lehrmeinung war noch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk dem Ideal der „objektiven Berichterstattung“ am nächsten komme. Was da mit der Liberalisierung noch komme, müsse intensiv erforscht werden. Heute bin ich eine von diesen verachtenswerten Kreaturen, die der PR-Branche angehören (so steht’s auch in meinem Gewerbeschein). Meine Kunden messen die Qualität meiner Arbeit unter anderem daran, ob sie „positiv“ in den Medien vorkommen. Ab und zu sind sie richtig zufrieden mit mir und beauftragen mich mit „mehr“. Und ich argumentiere dann gegen eventuelle Einkünfte und lehne Aufträge wie „eine Presseaussendung pro Monat“ ab.</p>
<p>Zum eigentlichen Thema: Ich will nicht glauben, dass wir im Zeitalter des Postjournalismus leben. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass sich die Grundregeln und Grundlagen für „guten Journalismus“ nicht geändert haben. Reimons Argument <em>„Die moderne Medienökonomie beruht primär auf Werbung als Einnahmequelle“</em> gilt schon lange. (Und es gilt seit der Liberalisierung des Rundfunk- und Fernsehmarktes auch mehr und mehr für die öffentlich-rechtlichen Programme.)</p>
<div><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/11/postornot.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1121" title="postornot" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/11/postornot.jpg" alt="postornot Post  oder nicht Postjournalismus?" width="650" height="135" /></a></div>
<p><strong>Die Produktionsbedingungen sind härter geworden</strong></p>
<p>Menschen verwenden Medien letztlich immer dazu, sich Orientierung in der Welt zu verschaffen. Ob jemand nun die Kronen Zeitung „konsumiert“, 17 Minuten Zeit im Bild schaut, einen wohl organisierten RSS Newsfeed, ein paar abonnierte Tageszeitungen oder den News-Stream, den Freunde oder Bekannte via Social Media aufbereiten nutzt, es sind zwei Dinge, die letztlich zählen sollten (ich betone: sollten!):</p>
<div>
<ul>
<li>Relevanz: Schaut nach unter „<a title="Nachrichtenwert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachrichtenwert" target="_blank">Nachrichtenwert</a>“!</li>
<li>Faktische Richtigkeit: Als „Konsument“ sollte ich mich darauf verlassen können, dass die Fakten in einem Medienbeitrag korrekt sind. (Und wenn nicht, bietet das immer und überall verfügbare Internetz reichlich Gelegenheit für Korrektur/Einspruch/Richtigstellung)</li>
</ul>
</div>
<p>Wer es sich heutzutage antut, in diesem Zirkus als Hersteller journalistischer Produkte mitzuspielen, hat es nicht leicht. (Ich verwende diese umständliche Formulierung absichtlich, weil ich auch die vielen Blogger und Redakteure kleiner Webplattformen dazu zähle.)</p>
<p>So viele vermeintliche und echte News wie heute hat es dank der 24/7 Online-Maschinerie noch nie gegeben. Die Anzahl der „Quellen“ ist ins Unermessliche gestiegen. Zeitzonen zählen nichts mehr und persönliche Kontakte und Insider-Quellen können von Journalistinnen und Journalisten nicht mehr in dem Maße gepflegt werden wie früher. Wer permanent lesen muss, was andere schreiben, was gerade aktuell ist, was in welcher Form aufgenommen wird und darauf reagieren muss, kann keine „Geschichten“ schreiben, kann vor allem nicht mehr prüfen, ob die Jubelmeldungen, die Spin-Doktoren, PR-Abteilungen oder Berater wie ich verteilen die ganze Wahrheit sind. Der Druck ist extrem hoch: Und wer Fehler macht, wird geprügelt. Das ist brutal. Vor allem für diejenigen, die in der Maschinerie Geld verdienen müssen.</p>
<div>
<blockquote><p>„Niemand ist gern Postjournalist, niemand lässt sich gern von Konzernen, PR-Abteilungen und dem eigenen Management unter Druck setzen. Aber es geschieht und wer nicht mitmacht, verliert oft den Job. Das Buch soll also nicht nur Medien- und Journalistenschelte sein, sondern die Ausbeutung der JournalistInnen zum Thema machen.“</p></blockquote>
</div>
<p>Das Resultat dieses Prozesses ist die Nivellierung. Was von ein paar anderen Medien als relevant und richtig erachtet wurde, muss auch in meinem Medium stehen. Wenn irgendwie noch Zeit bleibt, dann wird das Original umformuliert. Und am Ende: Überall der gleiche Mist. (Interessant ist nur mehr, wo er früher erschienen ist.) Der Wettbewerb ist hart.</p>
<p>Ich bin im Zweifelsfall immer für die Ausgebeuteten. Und ich weiß auch von vielen Journalistinnen und Journalisten, dass sie anders schreiben würden, wenn ihr Arbeitgeber nicht in einem Umfeld agieren würde, das eben so ist wie es ist. Aber jetzt komme ich. Ich bin nämlich auch Mediennutzer und ich bin der Meinung:</p>
<div id="_mcePaste" style="text-align: center;"><strong><a rel="lightbox" href="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/11/ich_muss_nicht.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1165" title="ich_muss_nicht" src="http://www.werquer.com/blog/wp-content/uploads/2011/11/ich_muss_nicht.jpg" alt="ich muss nicht Post  oder nicht Postjournalismus?" width="650" height="140" /></a></strong></div>
<p>Ich stelle jetzt mal die These auf, dass auch die Kronen Zeitung gemeint ist, wenn Michel Reimon von einer Berichterstattung schreibt, die <em>„zwar noch alle äußerlichen Merkmale von Journalismus aufweist, aber eine andere Funktion hat, nämlich bestimmte Zielgruppen zu erreichen und dann zur Werbung zu lenken.“</em> Die Kronen Zeitung ist relativ gesehen eine der auflagenstärksten Zeitungen der Welt. In Österreich macht sie Meinung. Dennoch, mit wem auch immer ich diskutiere: Ich höre, dass er/sie die Meinung der Kronen Zeitung nicht teilt und ich frage mich: Woher kennt sie/er die Meinung der Kronen Zeitung? Reimon schreibt: <em>„ Das Publikum ist damit nicht mehr die Kundschaft, sondern das Produkt, das verkauft wird.“</em> Und das Publikum lässt das zu. Es gibt genügend Alternativen, sowohl im Umfeld der klassischen Medienhäuser als auch außerhalb. Schon richtig, die Konsumenten sind das Produkt, das in Medien gehandelt wird. Bis zu einem gewissen Grad haben sie es in der Hand, zu bestimmen wo mit ihnen gehandelt wird.</p>
<p><strong>Geehrter Michel Reimon, hier also meine Inputs:</strong></p>
<p>Vorweg: Mir fehlt ein wichtiges Kapitel, nämlich eines über Journalistenpersönlichkeiten. Wie gesagt, will ich nicht glauben, dass sich Journalismus per se gewandelt hat. Ein Beleg dafür mag sein, dass klassische Journalisten auch in Social Media die größten Reichweiten (die größte Glaubwürdigkeit?) haben. Als Beispiele seien hier <a title="Armin Wolf" href="http://www.twitter.com/ArminWolf" target="_blank">Armin Wolf</a> und <a title="Karim El-Gawhary" href="http://twitter.com/Gawhary" target="_blank">Karim El-Gawhary</a> erwähnt. Ersterer schafft es mit seinen Twitter-Aktivitäten, Menschen an ein Medium bzw. ein Medienhaus zu binden, die mit den Old-Media wenig am Hut haben. Zweiterer ist als Persönlichkeit (ich möchte ja den Begriff „Brand“ nicht verwenden) bekannt und das ganz unabhängig von den vielen Medien, in denen er publiziert (taz, Die Presse, ORF, Twitter, Facebook, sein taz-Blog <a title="Arabesken" href="http://blogs.taz.de/arabesken/" target="_blank">Arabesken</a>). Um hier nicht nur Beispiele aus Österreich bzw. dem deutschen Sprachraum zu bringen: In den USA ist gerade <a title="ein Fall" href="http://paidcontent.org/article/419-can-a-twitter-account-be-a-company-trade-secret/" target="_blank">ein Fall</a> vor Gericht, in dem es darum geht, wem die Twitter-Follower gehören, die der Journalist Noah Kravitz vor seinem Arbeitgeberwechsel mit dem Account @phonedog_noah bespielt hat. (Phone Dog hieß der frühere Arbeitgeber. Kravits hat seinen Nick nach seinem Wechsel kurzerhand in @noahkravitz geändert.) Die Richterin hat bereits angekündigt, dass eine Entscheidung nicht vor 2012 zu erwarten ist.</p>
<p>Das Persönlichkeits-Thema hat aber auch noch eine zweite Seite: Nicht wenige Medienhäuser beschäftigen Menschen, die sich in der Blogosphäre einen Namen gemacht haben. (Beispiele: Sascha Lobo beim <a title="Spiegel" href="http://www.spiegel.de/thema/spon_lobo/">Spiegel</a> oder Robert Misik beim <a title="Standard" href="http://derstandard.at/FS-Misik" target="_blank">Standard</a>). Nun wird nicht jede oder jeder, der oder die sich journalistisch betätigen will, die Chance bekommen, sich so eine strahlende Marke aufzubauen und viele werden in diesem Business weiterhin ausgebeutet. – Aber gerade deshalb halte ich es für wichtig und sinnvoll, diesem Phänomen in einem Buch über (Post-) Journalismus ein paar Gedanken zu widmen.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;1. Warnhinweis: Postjournalismus kann Ihre Gesundheit gefährden&#8221;</strong></p>
<p>Die Pharma- (oder etwas breiter gefasst, die Gesundheits- bzw. Wellnessindustrie) ist nicht die einzige Quelle für unreflektierten Journalismus. Die Elektronik-Industrie hat hier auch einiges zu bieten. (Als Beispiel sei hier nur die mediale Hysterie genannt, die sich um alles entspinnt, was aus dem Hause Apple kommt.)</p>
<p><strong>Ad. &#8220;2. Die postjournalistische Medienwelt&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">„Hier wird auch auf die radikale Neuerung von Social Media wie Facebook eingegangen, das gar keinen Inhalt mehr selbst produziert – und nur noch die Werbung verkauft.</div>
<div id="_mcePaste">Frage: Braucht dieses Kapitel auch einen historischen Abschitt über die Entstehung und Geschichte des Journalismus? Sozusagen vom Präjournalismus zum Postjournalismus?“</div>
</blockquote>
<p>Hier sollte IMHO schon auch darauf eingegangen werden, dass die Menschen, die in solchen Netzwerken Reichweite und auch Relevanz haben, sehr wohl auch Content produzieren. Blogposts oder Facebook-Einträge sind auch Recherchequellen für Journalistinnen und Journalisten. Die Postings auf einer Facebook-Wall eines Unternehmens sind oftmals auch originärer Inhalt (schlag nach unter <a title="Shitstorm" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm" target="_blank">Shitstorm</a>) und oft gibt es auch Ereignisse die sich rein in Social Media abspielen (als Beispiel: <a title="@Failmann" href="http://www.twitter.com/Failmann" target="_blank">@Failmann</a>).</p>
<p><strong>Ad. &#8220;3. Zwischen Praktika und Prekariat&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">„Die Folge davon, dass guter Journalismus sich betriebswirtschaftlich kaum noch rechnet, erleben JournalistInnen längst am eigenen Leib: Feste Anstellungen werden immer seltener, viele pendeln jahrelang von Praktikum zu Praktikum oder haben mehrere prekäre Arbeitsverhältnisse parallel. Die Selbstausbeutung von JournalistInnen in Qualitätsmedien wie der deutschen taz ist legendär. Die Zukunftsaussichten sind düster, daher flüchten immer mehr gute Journalisten irgendwann in die PR, um eine Familie ernähren zu können.“</div>
</blockquote>
<p>Wunderbar, wenn PR Leute ihr Handwerk bei Medien lernen. Schlagt mich, aber ich glaube, dass PR per se nicht schlecht sind. Wir sollten uns eher darüber unterhalten, wie sie eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;4. Finanzmedien und Börsenwahn&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">„Kaum eine Nachrichtensendung kommt noch ohne die täglichen Änderungen der internationalen Aktienindizes aus – nicht, weil sie für unser tägliches Leben wichtig wären, sondern weil die Werbewirtschaft dieses Umfeld für ihre Kunden aus der Finanzbranche fordert. Der Einfluss auf Politik und Demokratie ist verheerend und wird in diesem Kapitel nachgezeichnet.“</div>
</blockquote>
<p>Ja bitte, ich will wissen warum sich Journalisten permanent fragen, wie „die Märkte“ auf dieses oder jenes reagieren. Vielleicht hilft Reimons Buch ein wenig mit, das Bewusstsein zu schärfen, dass die Akteure auf den Märkten Menschen sind.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;5. Propaganda, Populismus, politische PR</strong></p>
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<div id="_mcePaste">„Die immer schwächer besetzen und ausgebildeten Redaktionen sind auch im Interesse der Politik: Es wird immer leichter, die eigenen Meldungen unhinterfragt in Medien zu platzieren. Das Anfüttern von Medien mit öffentlichen Inseraten, wie es derzeit in Österreich massiv in der Kritik steht, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Dieses Kapitel soll auch die Professionalisierung politischer PR in den letzten 100 Jahren beleuchten.“</div>
</blockquote>
<p>Siehe oben.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;6. Die Oligarchen&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">„Dieses Kapitel zeigt die Konzentration der internationalen Medienkonzerne und, an Beispielen, daraus resultierende Probleme bei der Berichterstattung über die Medienbranche selbst.“</div>
</blockquote>
<p>Siehe oben. &#8211; Ich bin als Medienkonsument Teil der Maschinerie.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;7. Medienmassen&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">&#8220;Welche Möglichkeiten der Gegenwehr haben Journalisten im derzeitigen System? Können Social Media, Blogger und nicht-kommerzielle Medien für jene Aufklärung sorgen, die postjournalistische Medien nicht mehr bieten? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen wären dabei hilfreich?&#8221;</div>
</blockquote>
<p>Ich bin zwar kein Experte, aber so weit ich weiß, liegt hierzulande bei der kollektivvertraglichen Einordnung von Online-Journalisten einiges im Argen. Und ja, ich bin überzeugt, dass Social Media teilweise als Korrektiv fungieren können.</p>
<p><strong>Ad. &#8220;8. Eine politische Theorie der Informationsgesellschaft&#8221;</strong></p>
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<div id="_mcePaste">&#8220;Politik ist die Koordination von Menschen und die Verfügbarkeit, Aufbereitung und Steuerung von Information ist ein zentraler Aspekt dabei. Demokratie kann nur in einem gemeinsamen Kommunikationsraum bestehen – weshalb sie z.B. in der Antike auf Städte beschränkt war und erst in der frühen Neuzeit über Delegationsmechanismen auf Nationalstaaten ausgedehnt werden konnte. Die ersten sechs Kapitel haben gezeigt: Jede Veränderung unseres Mediensystems ist auch eine Veränderung unseres realen politischen Systems. In diesem Kapitel wird diese Erkenntnis in einen systematischen theoretischen Zusammenhang gebracht.&#8221;</div>
</blockquote>
<p>Auf das Kapitel freue ich mich besonders.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong></p>
<p>Über die Krise der althergebrachten Geschäftsmodelle der Medien wurde schon viel geschrieben. Die macht sich natürlich auch bei den Arbeitsbedingungen von Journalistinnen und Journalisten bemerkbar. Ich würde mir wünschen, dass ein Buch über das Thema auch aufzeigt, wie Journalismus das politische System zum Positiven verändern kann. Als Beispiel sei hier der Datenjournalismus  genannt, der eine gute Möglichkeit bietet, einerseits „echte“ neue Geschichten zu liefern und der andererseits eine Interpretationsleistung für komplexe Sachverhalte bringen kann. Beispiele gibt es <a title="hier" href="http://www.datenjournalist.de/" target="_blank">hier</a>. (Auch das ist etwas, was Journalismus schon immer gemacht hat.)</p>
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