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Ein Loblied auf die Mikrokosmen

Der Duden meint, philosophisch betrachtet sei ein Mikrokosmos die „kleine Welt des Menschen als verkleinertes Abbild des Universums“. Das Universum. Ein voll funktionsfähiges Etwas, wo eins ins andere greift. Supernovæ, schwarze Löcher, neu entstehende Planeten und so Zeug. Die Lebenswelt von Menschen soll ein Abbild des Universums sein? Das ist anmaßend.

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Bild: NASA, ESA, and G. Bacon (STScI) CC BY 3.0

 

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My blog is my castle

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Heute hat der Europäische Gerichtshof final bestätigt, dass der sichere Hafen nicht sicher ist. Morgen findet im Rahmen der Reihe twenty.twenty eine Diskussion zum Thema „Blogosphere 2020“ statt. Das eine hat mit dem anderen zu tun. Für mich zumindest. Es erinnert mich einmal mehr daran, mehr auf meinem Blog zu publizieren, anstatt meine schlampig hingekrakelten Zeichnungen irgendwelchen Plattformbetreibern in den Rachen zu werfen. Ich sollte auch meine windschiefen Metaphern und Stilblüten, für die ich ohnehin zu wenig Zeit finde, nicht den Stylesheets und Algorithmen amerikanischer Unternehmen unterordnen. Und wenn meine Ameisenfotos schon von Suchmaschinen indiziert werden, dann sollten sie zumindest auf einem Server liegen, den ich kontrolliere. Ja, mein Blog ist meine Burg! Da bin ich nicht Untermieter oder gar nur Besucher, sondern Hausherr. All das hat bittschön nichts mit einem digitalen Biedermeier zu tun, sondern mit digitaler Selbstbestimmung. Die ist zwar nicht sonderlich bequem, aber das war Selbstbestimmung noch nie.

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Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 Österreich Lizenz
Namensnennung: Werner Reiter (werquer)

Lügenpresse!

Morgen (also am 10. Februar 2015) findet ein twenty.twenty zum Thema „Sehenswerte News“ statt (Details siehe >>hier). Dabei soll es um „Visual Journalism“ gehen. Als Vorbereitung darauf habe ich die Funktionsweise einer Lügenpresse visualisiert.

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Namensnennung: Werner Reiter (werquer)

Singt, ihr Medienmenschen! Singt!

Demnächst ist wieder twenty.twenty. Bei der 23. Ausgabe wird es um „Sehenswerte News“ (also um „Visual Journalism“) gehen. Dazu gibt es auch eine Blogparade. In meinem Beitrag möchte ich mich einem vernachlässigten Aspekt im Journalismus widmen. Dazu habe ich ein kleines Experiment vorbereitet.

Das kennt ihr sicher:

Charlie Hebdo

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Beobachtungen zur „Netzsprache“

Es ist wieder mal twenty.twenty und Blogparade ist auch. Dieses Mal geht es um das Thema „Netzsprache“. Dazu fällt mir so viel ein, dass sich das gar nicht in einen Text mit Einleitung, Hauptteil und tl;dr verpacken lässt. Ich liste daher einfach ein paar Beobachtungen auf.

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Bildungsinnovation: Die Lehrersuchmaschine

Die aktuelle twenty.twenty-Blogparade stellt die Frage „Wie lernen wir?“ Gemeint ist der persönliche Umgang mit digitalen Werkzeugen beim Wissens- und Kompetenzerwerb. Nun ist es ganz bestimmt nicht so, dass ich mich dem lebenslangen Lernen verweigern würde, aber mir will partout nichts einfallen, was an meiner Art des Erwerbs neuer Kenntnisse oder Fähigkeiten berichtenswert ist. Wenn ich etwas wissen will, dann befrage ich eine Suchmaschine. Ich lese viel – am Smarttelefon, am Tablet, am Notebook, am E-Book-Reader, auf totem Holz – ich schaue mir Streams oder Videos von interessanten Konferenzen, Diskussionsrunden und Vorträgen an. Ich hantle mich von einem Informationshappen zum nächsten, versuche, das so Erfahrene irgendwie zu sortieren und hoffe, dabei etwas klüger zu werden. Aber ich verwende keine Tools für E-Learning – vor vielen Jahren habe ich mal einen Online-Kurs für ein Office-Programm absolviert – und ich spiele keine educational Games. Ganz einfach, weil ich überhaupt nie am Handy oder Computer spiele. Zwar halte ich Games und Simulationen für eine ausgesprochen wichtige Kulturform, aber ich konnte nie darauf „reinkippen“. Vielleicht habe ich das Spielen auch nie richtig erlernt. Soll sein. Vielleicht klappt’s ja mit meiner bahnbrechenden Bildungsinnovation.

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Und wie hältst du’s mit dem digitalen Demonstrationsrecht?

Es ist twenty.twenty zum Thema „Mobilize / Get mobilized“, es ist eine Blogparade und hier ist mein Senf dazu.
Durch die Statements, die bislang zum Thema eingetroffen sind, ziehen sich als roter Faden zwei Erkenntnisse: Zum einen sind sich alle einig, dass die Dichotomie reale versus digitale Welt keine mehr ist und zum anderen betonen alle, dass Mobilisierung für Aktivitäten, die den Menschen mehr abverlangt als einen Click oder das Unterzeichnen einer Online-Petition, nach wie vor eine ziemlich schwierige Aufgabe ist.

Die Dichotomie ist keine (mehr)

Das Digitale ist Teil des „Real Life“. Spätestens seit Tweets von Österreichs weltbekanntestem Nachrichtenmoderator im Parlament verlesen wurden, seit die Veröffentlichung von Dokumenten auf Onlineplattformen politische Erdbeben ausgelöst haben, seit Online-Filmchen von Eiswasserüberdenkopftschüttaktionen eine schwere Nervenkrankheit ins öffentliche Bewusstsein gerückt haben, ist wirklich allen klar: Was sich aus Bits und Bytes zusammenfügt, ist Teil unseres Lebens. Dass sich die Menschen weder im Online- noch im Offline-Teil dieses Lebens so einfach zu welchen Aktivitäten auch immer mobilisieren lassen, ist keine besonders überraschende Erkenntnis.

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Kraftwerksselfie

„Als Werner Reiter eines Nachmittags aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seiner Hängematte zu einem Kraftwerk verwandelt.“

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Erst das Fairphone, jetzt „Kalhuohfummi“ und „Maroshi“. Die Namen meiner neuen Begleiter bei der Verwandlung zum Kraftwerk und Ökonerd stehen für ein Solarpanel und einen mobilen Akku. Deren Hersteller Changers.com hat sich für die Namensgebung beim Freiheitskampf der Malediven bedient:

Die Geschichte von Kalhuohfummi und Maroshi beginnt im 16ten Jahrhundert in einem ungleichen Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit. Zu dieser Zeit war die größte Bedrohung der Malediven die Portugiesischen Eroberer. Die Malediven bauten zu ihrer Verteidigung ein für den Ausgang der Kämpfe wichtiges Kriegsschiff mit dem Namen Kalhuohfummi. Die Segel hierfür wurden auf der Insel Maroshi gefertigt, wo das Schiff auch zur Versorgung der Kämpfer mit Trinkwasser beladen wurde.

Seit ein einiger Zeit hängt Maroshi an der Scheibe meines Arbeitszimmerfensters, genießt die Nachmittagssonne und generiert so Energie, die von Kalhuofummi gespeichert wird. Damit versorge ich nicht nur mein Fairphone, mein Tablet und meinen Kindle mit Energie, ich verwende das Gerät auch, um die dort gespeicherten Energiewerte in die Changers-Community hochzuladen.

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Dort halte ich mittlerweile mit drei Badges, 52,7 generierten Wattstunden und 26,3 gesparten Gramm CO2 und 52 Credits auf Platz 1.246 des Rankings. All das mag nicht nach sonderlich viel klingen, aber in Summe hat die Community schon 823 kWh generiert. Laut Auskunft von Changers.com sind etwa 4.000 Accounts, die dazu beigetragen haben. Wobei man dazu sagen muss, dass zu Anfangszeiten von Changers nur etwa 20 % der User ihre Werte hochgeladen haben, der Anteil derzeit aber schon bei 80 % liegt.

Ein Rechenbeispiel

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt hat 2012 etwa 4.187 Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Der von der Changers-Community generierte Strom würde also etwa zweieinhalb Monate für die komplette Stromversorgung eines Haushaltes ausreichen.

Klar, es könnte mehr sein. Doch das ist nicht der Punkt. Der Punkt für mich ist, dass ich durch die Beschäftigung mit Changers erstmals wirklich verstehe, wieviel Energie meine Geräte brauchen. Ich habe immer schon versucht, sparsam mit Strom umzugehen, aber bislang waren all die Zahlen sehr abstrakt für mich. Strom kam aus der Steckdose und die Kosten dafür waren nicht so hoch, dass ich mir darüber den Kopf zerbrechen musste. Ich wollte nur halbwegs vernünftig mit den Ressourcen umgehen. Jetzt bin ich mein eigenes Kraftwerk, beteilige mich an dem Gamification-Ansatz von Changers und freue mich auf den Sommer, wenn die Sonne intensiver bei meinem Arbeitszimmerfenster reinscheint.

Ein paar Anmerkungen zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Changers

  • Das Solarpanel braucht relativ intensive Sonneneinstrahlung damit es auch Strom produziert.
  • Es dauert ziemlich lange, bis der Akku vollgeladen ist. Da das Wetter in den vergangenen Wochen nicht besonders war, habe ich noch keine Erfahrungswerte, wie viel Sonnenstunden es braucht, damit der Akku ganz voll ist
  • Das Laden von Akku zu Gerät dauert auch etwas länger als von Steckdose zu Gerät. Das ist aber insoferne egal, weil Kalhuohfummi klein genug ist, um es gemeinsam mit dem Smartphone in eine Tasche zu stecken.
  • Maroshi ist so verarbeitet, dass ich es auch gerne auf die Terrasse oder auf einen Ausflug mitnehme. Es macht einen ausgesprochen stabilen Eindruck, ist flexibel, nur 2 mm dick und wetterfest.

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Hier noch die technischen Daten

Changers Solar Panel Maroshi
Größe: Länge 37,0 | Breite 19,1 | Dicke 0,2 (cm)
Gewicht: 105 Gramm
Nennleistung (Pmax): 4 Watt
Leistung Pmax (Vmp): 16,5 Volt
Spannung Pmax (Imp): 0,24 Ampere
Leerlaufspannung (Uoc): 23,25 Volt
Kurzschlussspannung (Isc): 0,29 Ampere
Solarkabel: 2m, DC-jack 2 pole 5,5 x 2,1 mm

Changers Solar Charger Kalhuohfummi
Größe: Länge 9,6 | Breite 8,25 | Höhe 2,0 (cm)
Gewicht: 161 Gramm
Eingangsspannung DC-IN: 5 V – 30 V, max. 1A
Aktives MPP-tracking
Energiespeicher 4.400 mAh; Lithium-Ionen Akkus
Ausgangsspannung DC OUT: 5V, max. 1,2 A

Dieser Text ist ein Beitrag zur twenty.twenty Blogparade „Strategien gegen elektronische Energiefresser“. Daniela Schiffer, Mitbegründerin und COO von Changers.com hält am 29. April 2014 die Keynote bei „Green IT im Haushalt“.

Arachnoidalzyste!

Ich habe den Befund noch immer, der mir damals 2002 einen riesigen Schrecken und zwei schlaflose Nächte bereitet hat. Arachnoidalzyste stand da drauf. Arachnoidalzyste! In meinem Kopf!

Ich hatte damals dauerhafte, rasende Kopfschmerzen, kombiniert mit Schwindelgefühl. Sehr unangenehm. Auf der Suche nach den Ursachen schickte mich mein Hausarzt auch zum „CT des Hirnschädels“. Gemacht habe ich das in einem Ambulatorium. Dort waren die Bilder dann auch abzuholen. Ihnen beigelegt war ein Zettel auf dem stand unter anderem:

 „Im Bereich der Inselzisterne links zeigt sich eine rundlich konfigurieren Hypodensität von unser 1 cm DM, möglicherweise einer Arachnoidalzyste entsprechend.“

Und weiter unten in der Ergebnis-Rubrik:

„Verdacht auf kleinste Arachnoidalzyste in der linken Inselzisterne“

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Die Nerds vertrauen ihren Spielzeugen nicht mehr

Eines gleich vorweg: Ich bin keiner, aber ich kenne einige Nerds – also besonders in Computer, Science-Fiction oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen. Ich kenne auch einige, die die „begleitende Eigenschaft“ des überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten aufweisen. In letzter Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie irgendwie resignieren. Sie vertrauen ihren Spielzeugen nicht mehr.

Bis vor kurzem war das Narrativ zum Internet positiv grundiert. Die Nerds haben in dieser Geschichte eine wesentliche Rolle gespielt. Sie haben vorgezeigt, wie man sich durch geschickten Einsatz von Technologien Freiräume verschaffen kann. Sie haben vorgelebt, wie man geniale Dinge im Netz ohne straffe, zentrale Projektorganisation umsetzt (Wikipedia, Bitcoin, you name them….). Die Nerd-Kultur ist eine Kultur des Experiments und des spielerischen Umgangs mit Technologien. So mancher Nerd hat mit einem Hack Sicherheitslücken in einem System aufgezeigt und die Betreiber so gezwungen, diese zu schließen.

Kein Nerd hat jemals behauptet, das alles im Netz gut ist. Doch jeder hatte eine Idee, wie man es sich darin halbwegs bequem einrichten kann, wo man eine Alternative zu einer Software oder Plattform findet, die sorgsamer mit den eigenen Daten umgeht, wie man mit ein paar einfachen Tricks verhindert, dass das Notebook oder Smartphone „nach Hause“ telefoniert.

Das hat sich gewandelt. So ist zumindest meine Beobachtung. Durch die Enthüllungen von Edward Snowden ist bekannt geworden, dass das Ausmaß der Überwachung im Netz größer ist als in den düsteren Geschichten derer, die es ohnehin schon immer wussten. Das Netz ist ein ungemütlicher Ort geworden. Sich darin ein gemütliches Plätzchen zu schaffen, ist heute de facto unmöglich. Kein Wunder, dass da die Lust am Experimentieren und Spielen sinkt. Und so beschäftigen sich die Menschen mit der begleitenden Eigenschaft des überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten weniger damit, das Maximum aus ihren Spielzeugen herauszuholen, sondern mit Encryption.

Regierungen – allen voran die US-amerikanische – behaupten, dass ihre flächendeckenden Überwachungsmaßnahmen und ihre Vorratsdatenspeicherung der Terrorismusbekämpfung dienen. Nennenswerte Erfolge können sie nicht vorweisen. Allerdings haben sie jede Menge Kollateralschäden angerichtet. Einer davon ist, dass diejenigen, die bislang Technologie am konsequentesten als Enabler für mehr individuelle Freiheit gedacht und eingesetzt haben, ihren Spielzeugen nicht mehr vertrauen können.

So, und jetzt sagt mir bitte, dass meine Beobachtungen falsch sind!

Dieser Text ist ein Beitrag zur twenty.twenty-Blogparade, bei der Mal die Frage nach dem „Digitalen Vertrauen“ gestellt wurde.

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